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Fernsehgerät mit eingebautem Spiegel, ausgesetzt im Frankfurter Hasenpfad.
Zu Schulzeiten hatte Heiner Blum von seinem Vater einen defekten (!) Fernsehapparat zum Geburtstag geschenkt bekommen, um sich mit der Technik des Geräts auseinanderzusetzen.
Nachdem er den Fernseher ausgehöhlt hatte, ersetzte er die Mattscheibe durch einen Spiegel.
Auf seinem Schulweg durch ein Frankfurter Neubaugebiet am Sachsenhäuser Berg waren ihm abendlich die flimmernden Fernseher hinter den Fensterscheiben aufgefallen, und er beschloss, seinen Fernseher genau dort hin zu bringen.
Das »manipulierte« Objekt positionierte er draußen, an verschiedenen Orten am Mittleren und am Großen Hasenpfad und dokumentierte das »Aussetzen« des Gegenstands mit der Kamera.
In der Bildserie wurde auch die Begegnung einer Kinderbande mit dem Objekt festgehalten, die mit dem Fernsehgerät voll Neugierde interagiert. Im Hintergrund des Spiegelbildes ist die Kamera Heiner Blums zu erkennen, der sich so selbst mit ins Bild setzt.
Neben den formalen Experimenten, die die spiegelnde Oberfläche des Fernsehers ermöglichte, ist es die Ergänzung des öffentlichen Raums, die den Künstler hier motivierte und begeisterte – lange bevor Straßenkunst und Graffiti in Deutschland populär wurden.
RH / Fotos HB